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Mateo Hamann und die Bankentürme der Stadt

Verantwortlicher Autor: Raimund Förg Frankfurt/Main, 23.02.2017, 18:11 Uhr
Presse-Ressort von: architektur.en-a.de Bericht 5831x gelesen

Frankfurt/Main [ENA] Er ist heute 20 Jahre alt und hat sich als Fotokünstler bereits einen Namen gemacht: Mateo Hamann. Sein besonderer Blick auf die Hochhäuser Frankfurts zeigt, dass diese lebendige Stadt immer wieder neu entdeckt werden kann. Und daraus wurde ein Bildband mit seinen Fotos. So beeindruckend, dass diese Werke in einer Ausstellung in Sachsenhausen zu sehen waren. Und die Besucher waren über die Qualität sehr erstaunt.

Die einen mögen die Hochhäuser der Mainmetropole, die anderen nicht und dennoch sind sie so charakteristisch für Frankfurt wie Friedrich Stoltze und der Ebbelwei. Einer, den die Architektur der Banken- und Geschäftstürme fasziniert, ist Mateo Hamann. Der 20-jährige Fotokünstler zog vor etwa mehr als acht Jahren mit seiner Familie aus den Vereinigten Staaten nach Frankfurt. Mit dem Fahrrad und seiner Kamera entdeckte er nach und nach die Stadt, fing seitdem immer wieder die Besonderheiten der Frankfurter Hochhäuser fotografisch ein. Vor ein paar Wochen erschien ein großformatiger Bildband mit 96 seiner Aufnahmen in der Edition Panorama.

28 Werke hieraus wurden jetzt in der Ausstellungshalle 1a in der Schulstraße 1 a unter dem Titel „Frankfurt“ gezeigt. Und kein geringerer als Dr. Matthias Alexander, Ressortleiter der Rhein-Main-Zeitung der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, führte in die Werke ein. Die aktuelle Ausstellung war nicht die erste Schau mit seinen Werken. Fotografien von ihm waren unter anderem bereits im Frankfurter Presseclub und in der Galerie f8 zu sehen. Über diese Galerie-Ausstellung kam Mateo Hamann in Kontakt mit Oliver Alexander Obert, Gründer und Gesellschafter des Unternehmens Oceans & Company in Frankfurt.

Dieses ist unter anderem auf die Repositionierung von großen Immobilien spezialisiert. Von Obert, der beruflich daher eine große Verbindung zu Hochhäusern hat, stammt die Idee zu dem Bildband. Er ist Herausgeber des Buches. Frankfurts Hochhäuser sind ein Markenzeichen der Mainmetropole, zählen zu den beliebtesten Foto- und Film-Motiven, wenn es darum geht, die Stadt nach außen zu repräsentieren. Wenn man aber glaubt, die blitzenden Fassaden der Hochhäuser bereits zu kennen, so zeigt Mateo Hamann, dass es noch ganz anders geht. Mit seinen Bildern nimmt er den Betrachter mit auf eine Entdeckungstour, visualisiert ganz neue und außergewöhnliche Perspektiven auf die Türme der Stadt.

Über allem steht das Licht, das der junge Fotokünstler ähnlich einem klassischen Maler einzusetzen versteht. Mateo Hamann nutzt die Besonderheiten der sogenannten Blauen Stunde. Hiermit wird die Zeit nach Sonnenuntergang und vor Eintritt der Dunkelheit der Nacht bezeichnet. Es ist ein Licht mit fast magischer Wirkung. Auch die Morgenstunden haben für ihn ihren besonderen Reiz wie das erste Licht des Tages, das sich in der Fassade der Europäischen Zentralbank reflektiert wie ein kleiner Feuerball. Im Vordergrund ist der Turm der Dreikönigskirche zu sehen, die noch im Schatten liegt. Keine seiner Fotografien ist nachträglich bearbeitet. Die Arbeit beginnt für ihn bereits, bevor er überhaupt auf den Auslöser der Kamera drückt.

Er komponiert, sucht nach der für ihn spannenden Perspektive. „Ich nehme mir immer sehr viel Zeit für den Ausschnitt“, erzählt er. Der Fotograf baut dabei Kontraste auf, wählt Ausschnitte, die die Architektur in ihre Strukturen zerlegen und damit gleichzeitig offenlegen. Er legt den Fokus auf die geometrischen Formen der Fassaden, setzt die Bauten in Beziehung zueinander, aber auch zu den alten Gebäuden der Stadt. Er fängt Spiegelungen ein und spielt mit dem Nebeneinander der vielfältigen Architektur. So zeichneten sich beispielsweise auf einer Fotografie die Konturen des Messeturmes, übrigens der Lieblingsturm von Mateo, in der spiegelnden Fassade des Hochhauses Kastor ab.

Mateo Haman wurde in New York geboren. Aufgewachsen ist er aber nicht in der Metropole am Hudson River, sondern in Portland. Er hat sein Talent in die Wiege gelegt bekommen, seine Eltern, Marie Préaud und Horst Hamann, sind beide bekannte Fotografen. Sohn Mateo spielte schon als Dreijähriger mit Film und Fotokamera, die standen ja überall in der Wohnung herum. Und bereits als siebenjähriges Kind setzte er sich mit den Möglichkeiten der Gestaltung und Technik auseinander, tauschte sich mit den Eltern aus. Dadurch hatte er das Handwerk gründlich gelernt. Und den sogenannten Elternbonus hat er nicht offengelegt, denn er hat seinen eigenen Stil gefunden, seine Handschrift war ihm wichtig, denn die machen seine Fotografien unverkennbar.

Mit 20 Jahren hat er sich bereits einen Namen gemacht. Der Bildband war sein Gesellenstück. Doch darauf möchte er sich nicht ausruhen. Es soll die Ausbildung zum Meister folgen. Denn in einigen Monaten startet Mateo Hamann mit seiner Ausbildung, ein Filmstudium in Amsterdam. Danach würde er gerne Werbefilme drehen, am liebsten für die Autoindustrie. Nun das Einzelbild beherrscht er schon, diese Gabe zu erweitern und in laufende Bilder zu übertragen, da kann man sich schon auf die nächste Veröffentlichung freuen. Dieses Mal schon vom Meister?

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